Ressourcen
/
Blog

Fünf Fragen, die zeigen, warum wir tun, was wir tun

News
4 Min. Lesezeit
17. Mai 2026
Article thumbnail

Unser Mitgründer Jan Bodenbach wurde von seiner ehemaligen Universität, der WHU – Otto Beisheim School of Management, für das Community-Magazin interviewt. In diesem Interview erklärt er, warum und wie HospiChef vor nunmehr über vier Jahren entstanden ist - und was das Unternehmen von anderen Startups unterscheidet.


Lieber Jan, wie ist HospiChef entstanden?

Angefangen hat alles bei einem Hackathon während meines Masterstudiums an der TU München. Dort haben verschiedene Unternehmen konkrete Probleme aus ihrem Alltag vorgestellt, darunter auch eine große private Klinikgruppe. Die Vertreter:innen haben von vielen Herausforderungen in der Patientenverpflegung berichtet; unter anderem klagten sie über eine hohe Lebensmittelverschwendung. Auch fanden sie die Belastung für Pflege- und Servicekräfte durch die Bestell- und Logistikprozesse enorm hoch, und viele Patientinnen und Patienten wünschten sich ein ausgewogeneres Speisenangebot.

Unser Team hat sich dieser Challenge angenommen und eine erste digitale Lösung entwickelt. Wir waren damals fünf Studierende, darunter drei Softwareentwickler, was es uns erlaubt hat, einen funktionalen Prototypen vorzustellen. Als wir die Challenge gewonnen haben, wurden wir gefragt, ob wir das Konzept auch in der Praxis umsetzen wollen. Daraus ist schließlich unser Unternehmen entstanden.

Was genau macht HospiChef heute – und welchen Mehrwert bietet eure Lösung?

Wir digitalisieren die Prozesse rund um die Verpflegung in Care-Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Rehakliniken – von der Bestellung bis zur Produktion. Herzstück unserer Lösung ist eine App, über die Patientinnen und Patienten ihre Mahlzeiten selbst auswählen, Feedback geben oder zusätzliche Optionen buchen können.

Gleichzeitig unterstützt unsere Software aber auch Pflegekräfte, Diätassistenz, Küchenpersonal und das Krankenhausmanagement. Speisepläne werden intuitiv erstellt, Mahlzeiten digital erfasst und eine Künstliche Intelligenz hilft bei der Planung und Produktionssteuerung. Zudem können Caterer an die Lösung angebunden werden, wodurch die Kommunikation unkomplizierter wird. Im Gesundheitswesen ist dabei die Prozesssicherheit besonders wichtig: HospiChef ist mit dem Krankenhausinformationssystem verbunden und berücksichtigt automatisch Allergien oder spezielle Kostformen.

Im Ergebnis lässt sich die Lebensmittelverschwendung deutlich reduzieren: In unserem Pilothaus etwa konnten wir die Verpflegungskosten um rund 19 Prozent senken. Gleichzeitig kann sich die Pflege wieder ihren Kernaufgaben widmen. Für Patientinnen und Patienten wird das Essen bestenfalls wieder zu einem echten Baustein der Genesung.

Viele Start-ups finanzieren ihr Wachstum mit Unterstützung – ihr nicht, ihr habt euch gegen Venture Capital entschieden. Warum?

Wir sind von Anfang an bewusst ohne klassische Investorengelder gewachsen und finanzieren uns über Umsätze und Fördermittel. Das liegt vor allem an den Besonderheiten des Gesundheitswesens: Die Vertriebszyklen sind lang, oft über ein Jahr, und auch die Implementierung dauert mehrere Monate.

Das passt aus unserer Sicht nicht gut zu den typischen Erwartungen von Venture Capital, wo schnelles Wachstum in kurzen Zyklen gefragt ist. Wir setzen auf nachhaltiges Wachstum, „Zebra statt Einhorn“: Wenn wir einmal in einer Klinik implementiert sind, bleiben wir dort voraussichtlich über zehn Jahre im Einsatz.

Und euer Ansatz funktioniert? Wie hat sich euer Unternehmen seit der Gründung entwickelt?

Wir sind inzwischen ein Team aus acht Personen und arbeiten mit einer wachsenden Zahl von Einrichtungen zusammen. Unsere Lösung ist aktuell in einer guten zweistelligen Zahl von Kliniken im Einsatz; zudem haben wir mit mehr als hundert Kliniken bereits Verträge geschlossen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Neben Krankenhäusern bedienen wir mittlerweile auch Rehakliniken und zunehmend Senioreneinrichtungen. Noch in diesem Jahr werden voraussichtlich über eine Million Patientinnen und Patienten unsere Lösung genutzt haben. Also ja, wir sind zuversichtlich.

Welchen Rat würdest du WHU-Studierenden geben, die selbst gründen möchten?

Ein entscheidender Punkt ist, dass man seine Zielgruppe wirklich verstehen und mögen muss. Gerade am Anfang sollte man sehr nah an den Nutzerinnen und Nutzern arbeiten. Wir sind beispielsweise durch ganz Deutschland gefahren, haben viele Krankenhausküchen besucht und intensiv mit Pflege- und Servicekräften gesprochen, um ihre Prozesse und Herausforderungen zu verstehen.

Nur wenn man diese Perspektiven ernst nimmt und Empathie für die verschiedenen Nutzergruppen entwickelt, kann man ein Produkt bauen, das im Alltag tatsächlich funktioniert.

👉 Hier geht's zum Originalinterview im WHU Magazin

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Mit dem HospiChef Newsletter erfahren Sie als erstes von den neuesten Trends im Verpflegungsmanagement, Produkt-Updates und Veranstaltungen.
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse zum Versenden des Newsletters verwendet wird und dass HospiChef mich bezüglich Produkten und Dienstleistungen kontaktieren darf. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Das Menübestellsystem für die moderne Klinik.
© 2023 HospiChef UG (haftungsbeschränkt)